4 Mayis Dersim Tertelesi

4 Mayis Dersim Tertelesinin Anma Günüdür.
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Uzun bir süreden beridir üzerinde tartışılan Dersim Soykırımını Anma Günü tarihi  nihayet belirlendi.
İşte o açıklama:
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Uzun bir süreden beridir üzerinde tartışılan Dersim Soykırımını Anma Günü tarihi  nihayet belirlendi.
İşte o açıklama:
KAMUOYUNA
"Şimdi ayrımcılığın karanlık ve metruk vadisinden kalkıp ırklar arasında adaletin yollarına koyulmanın zamanıdır.' (Martin Luther King)

6 Mart 2010 tarihinde Dersim Tertelesine ilişkin olarak yapılan toplantı sonuç bildirgesi

4 MAYIS Dersim Tertelesini Anma Günüdür

Türkiye'den ve Avrupa'dan çok sayıda aydın, yazar, akademisyen, sanatçı ve çeşitli Dersim kurum temsilcilerinin katılımıyla 6 Mart 2010 tarihinde Almanya'nın Köln şehrinde Dersim 1937/38 katliamı üzerine geniş bir toplantı gerçekleştirildi.

1937-38 Sözlü Tarih Projesi

Seyitlerimizin Mezarlari...

Seyitlerimizin Mezarlari Nerede?

elazig_mahkemesi

Dersim`de Barajlara Hayır

Dersim`de Barajlara Hayır

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Cumhurbaskanina Mektup

Cumhurbaskanina Mektup
Anasayfa Aktuel Ein Artikel von Nadja Thelen-Khoder

Ein Artikel von Nadja Thelen-Khoder

 

 

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel gelesen, der nur wenige Zeilen lang ist. Aber die fünf Minuten, die mich seine Lektüre gekostet hat, haben mich bis heute beschäftigt. Der Artikel zum „Atatürk“-Gedenktag am 19. Mai steht auf http://www.turkishforum.com.tr/de/content/2011/05/19/heute-ist-der-19-mai/

Gott stehe mir bei, dass ich jetzt keinen Fehler mache, denn als Deutsche bin ich wahrhaftig die Letzte, die sich über das Nationalbewusstsein Anderer äußern dürfte. Auch bin ich nicht fit in der Militärgeschichte und muß wirklich aufpassen, dass ich nicht die deutsche Geschichte mit ihren Konsequenzen auf andere Völker und Staaten übertrage.

Daß das Wort „Führer“ zum Beispiel in Deutschland seit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten durch deutsch-nationale Kreise als neutraler Begriff unbrauchbar geworden ist und eindeutig anti-demokratische Züge trägt, muß ich als Deutsche wissen; aber ich kann nicht beurteilen, was es meint, wenn in obigem Artikel „der große Führer Atatürk in Samsun gelandet“ ist.

Ich erinnere mich nur an mein Befremden, als ich eines meiner Lieblingsbücher in verschiedenen Übersetzungen in den Händen hielt. „Le petit Prince“ von Antoine de Saint-Exupéry heißt auf Deutsch „Der kleine Prinz“ (Heyne Allgemeine Reihe Nr.01/7808), auf Türkisch „Küçük Prens“ (Mavibulut, Istanbul 2010) und auf Kırmancki/Zazaki, der ureigenen Sprache der Dersimer (http://www.youtube.com/watch?v=hKkp5W7a0OU&NR=1), „Şazadeo Qıckek“ (Edition Tintenfaß, Neckarsteinach 2009; Übersetzung von Mesut Keskin), und während in Kapitel IV auf Deutsch steht, dass „ein türkischer Diktator seinem Volk bei Todestrafe (befahl), nur noch europäische Kleider zu tragen“ und auf Kırmancki/Zazaki von einem „dikatorê dê Tırkan“ die Rede ist, steht im „Küçük Prens“ „Türk lider“. „Lider“, also „Führer“, wie mir mein Wörterbuch versichert - schon irgendwie merkwürdig: Führer = Lider = Diktator – also doch? (Zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich gar nicht weiß, was Antoine de Saint-Exupéry im französischen Original geschrieben hat.)

Im obigen Artikel heißt es, dass der „in Samsun begonnene Befreiungskampf ... sich in Wellen auf ganz Anatolien (verbreitete)“ und der „Sieg der Türken der ganzen Welt verkündet“ wurde. Und ich spüre wieder mein Unbehagen gegen Pathos, wenn es in militärischem Zusammenhang auftaucht. (Nichts gegen Leidenschaft; aber nirgends wird so viel Leiden geschafft wie im und durch das Militär. Hier oute ich mich als leidenschaftlicher Zivilist.)

Auch kenne ich Menschen mit türkischem Paß, die aus Anatolien kommen und denen zu Mustafa Kemal, den seine Anhänger „Atatürk“ nennen, ganz andere Begriffe einfallen als das Wort „Befreiung“. Vielmehr verbinden sie mit seinem Namen u.a. die erste weibliche Kampfpilotin Sabiha Gökçen, die 1937 Bomben auf ihre Heimat abgeworfen hat, Militär im eigenen Land, gegen die eigene Bevölkerung (http://medien.wdr.de/radio/zeitzeichen/WDR5_Zeitzeichen_20110322_0920.mp3 = Zeitzeichen-Sendung zu ihrem Todestag). Nein, nicht heute in Libyen, wie man zur Zeit täglich hört, sondern 1937 in Dersim. Und sie verbinden mit Mustafa Kemal die Vernichtungspolitik gegen ihr eigenes Volk, ihre Kultur, ihre Sprache, ihre alevitische Religion (http://dersim.square7.ch/ = Kurzfassung des neuen Filmes von Christian Zimmermann, Zweiter Vorsitzender des Förderverein Dersim, http://00752.retail1.c4pserver.de/117.html).

Aber ich als Deutsche will sehr vorsichtig sein, wenn mir die Begeisterung für einen „großen Führer“ in anderen Staaten in den Ohren kratzt, denn ich weiß, dass vieles einfach nur ganz anders klingt und gar nicht so gemeint ist.

Denn viele, die „Atatürk“ feiern, kennen Dersim in Anatolien gar nicht.. Möglicherweise haben sie noch nie

Musik aus Dersim gehört (http://www.youtube.com/watch?v=t8vWY_v0m_M&NR=1 = Sait Bakşi auf dem 5. Europa Dersim Kulturfestival in Gladbeck),

noch nie Photos von Dersim gesehen (http://www.migrapolis-deutschland.de/index.php?id=regiondersim = Bildergalerie von Hıdır Çelik),

noch nie über Dersim gelesen (http://www.freepenverlag.de/buecher/prosa/yildizdersimsstimme/#c160 = Vorstellung des historischen Romans von Celal Yıldız; spannend auch der Krimi „Paragraph 301“ von Wilfried Eggers, http://www.wilfried-eggers.de/paragraf_301.html)

und noch nie etwas von Aleviten (http://00752.retail1.c4pserver.de/79.html = Auszug aus der Diplomarbeit von Yaşar Kaya, dem Vorsitzenden der Föderation der Dersim Gemeinden in Europa e.V., www.fdg-dersim.com)

und wissen vielleicht gar nichts von seiner Geschichte auch unter der Regierungszeit von Mustafa Kemal (http://00752.retail1.c4pserver.de/80.html).

Die offizielle Geschichte wird ja immer von den Siegern geschrieben, und da hat Dersim noch keinen Platz. Aber das Oral History Projekt Dersim 1937/38 (http://www.facebook.com/group.php?gid=129982763682546) gibt den Opfern Gelegenheit, ihre eigene(n) Geschichte(n) zu erzählen. Und das ist eben nicht die Geschichte von glorreichen Siege(r)n, sondern diejenige von unschuldigen Opfern.

PS:

Daß ich weiß, dass meine eigene Nation die bestialischsten Verbrechen begangen und die meisten Opfer auf ihrem so manchmal anscheinend gar nicht vorhandenem Gewissen hat, möchte ich ausdrücklich betonen, und auch, dass ich mich sehr dafür schäme, was so viele Deutsche an Verbrechen begangen haben.

Die Qualität jeder Kultur (bzw. Religion oder Weltanschauung) zeigt sich darin, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht (bzw. mit denen, die ihr nicht angehören), und solange wir hier in Köln am 7. Mai 2011 gemeinsam beten und dann auf die Straße gehen müssen („Köln stellt sich quer“: http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2011/05/07/lokalzeit-koeln-demonstration.xml), um zu zeigen, dass wir aus der Geschichte gelernt haben und die Rechte von Minderheiten vor denjenigen zu schützen versuchen, die stolz darauf sind, zu einer (angeblichen) Mehrheit zu gehören – so lange muß ich ganz vorsichtig sein, wenn mir das Nationalbewusstsein Anderer Sorgen macht!

Aber als Menschenkind möchte ich meine Geschwister bitten: Laßt uns Abschied nehmen von „großen Siege(r)n“ und „großen Führern“, denn Siege schreien immer nach Niederlagen, nach unterlegenen Opfern, und Führer brauchen Menschen, die von ihnen irgendwohin geführt werden. Oft hört man sie von „Fortschritt“ sprechen, und viele vergessen darüber zu fragen: Ein Fortschritt ist ein SCHRITT FORT – WOVON FORT und WOHIN?

 

Nadja Thelen-Khoder